"Toleranz sollte eigentlich nur eine vorrübergehende Gesinnung sein: Sie muss zu Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Die CDU Vogtland versucht die Menschen zum Narren zu halten. Während einzelne CDU-Mitglieder sich „privat“/versteckt klar von den fragwürdigen Weltanschauungen zu Schwulen und Lesben distanzieren, versucht sich der Kreisvorstand Vogtland mit schwammigen Formulierungen aus der Affäre zu stehlen und geißelt Kritik an homohoben Einstellungen Ihrer Mitglieder als „Intoleranz“.
Herr Blechschmidt „bedauere es, dass [seine] persönliche Äußerung als CDU- Meinung öffentlich wahrgenommen“ wurde. Dadurch sei sie „zu einem schweren Fehler, der die CDU-Vogtland zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt hat“, geworden.
Im Schlussteil werden missverständliche, unterschwellige Andeutungen gemacht, die Herrn Blechschmidt in eine Opferrolle pressen. Die Kritik der breiten Öffentlichkeit zu den unmöglichen Äußerungen von Herrn Blechschmidt wird so als „Intoleranz“ ihm gegenüber in den Raum gestellt.
Herr Blechschmidt steht offenbar weiterhin zu seiner Meinung von den „kranken“ Homosexuellen, die geheilt werden können. Es entsteht bei uns der Eindruck, als entschuldige er sich mehr bei seiner Partei als bei den Homosexuellen sowie deren Freunden und Familien. Das Ruhen des „Amtes als Fraktionssprecher der CDU-Stadtratsfraktion bis zum Ablauf der Legislatur“ als Pseudobuße und seine Entschuldigung werden durch die offenbarte Fehleinsicht wertlos gemacht.
Durch diese Form der „Reue“ wird er weiterhin als standhafter „Kommunalpolitiker“ von den Rechtradikalen und religiösen Fanatikern (bspw. Kreuz.net) gelobpreist werden. Die NPD schrieb zu dieser Thematik auf ihrer Homepage: „Die Fälle Hähner, Drechsler und Blechschmidt zeigen auf erfreuliche Weise, daß zumindest ‘bürgerliche’ Kommunalpolitiker noch dem gesunden Werteempfinden der großen Volksmehrheit verbunden sind.“
Jeder vernunftbegabte Kommunalpolitiker hätte bei einer Bewertung seiner Äußerungen nach „gesundem Volksempfinden“ den Rücktritt von seinen Ämtern eingereicht.
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie veranstaltet der LSVD Sachsen am 17. Mai 2012 Rainbowflashs in verschiedenen Städten Sachsens als starke Zeichen gegen Gewalt und Vorurteile gegenüber Lesben, Schwulen, bi-, inter- und transsexuellen Menschen. Herr Blechschmidt ist dazu recht herzlich eingeladen. Das Angebot zum Gespräch steht weiterhin.
Michel Röhricht
Tom Haus
Hartmut Rus
Landesvorstand des LSVD Sachsen
Folgender Artikel-Ausschnitt aus der DAPD nach einen Interview mit Landesvorstandsmitglied Hartmut Rus fasst unseren Standtpunkt zusammen.
""Homophobie ist heilbar, aber nicht Homosexualität", sagte Hartmut Rus, Vorstandsmitglied des sächsischen Lesben- und Schwulenverbandes, zu den Äußerungen Blechschmidts. Es sei "absolut hinterwäldlerisch, wenn Homosexualität als Krankheit aufgefasst wird". Rus lud den CDU-Politiker zu einem Treffen mit Schwulen und Lesben ein. „Herr Blechschmidt kann gern einmal bei uns vorbei schauen, um sich in Toleranz zu üben“. Zudem solle sich der CDU-Politiker etwas einfallen lassen, wie der Imageschaden von Plauen behoben werden könne, den die diffamierenden Äußerungen angerichtet hätten. Es sei schade, dass eine Stadt von solchen Leuten ins schlechte Licht gerückt würde, sagte Rus, der aus Plauen stammt, inzwischen aber in einer anderen Stadt als Volkswirt arbeitet. „Die Plauener CDU sollte überlegen, ob sie solch einen Menschen als Pressesprecher weiter haben will“, sagte er weiter." (01.05.2012 dapd)
Weiterer Artikel:
Lesben- und Schwulenverband will Plauener CDU-Politiker aufklären
Weitere Hintergründe zu den menschenfeindlichen Ideologien, die den Ansichten von Herrn Blechschmidt zu Grunde liegen:
Bei dem sogenannten RAINBOWFLASH lassen die Sachsen gemeinsam viele hundert bunte Luftballons mit kleinen Nachrichten gegen Homophobie in den Himmel steigen. Mögen Ihre Botschaften an den richtigen Stellen landen! Diese vom LSVD Sachsen koordinierte Aktion wird in Zusammenarbeit vieler Partner organisiert.
Der RAINBOWFLASH ist auch ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in den über 70 Ländern, in denen Homosexualität noch immer strafbar ist. In sieben Ländern werden homosexuelle Handlungen sogar mit der Todesstrafe belegt. Auch deswegen findet die Aktion in insgesamt in weit über 80 Städten auf der Welt statt – von Novosibirsk bis New York, von Paris bis Vladivostok, von Peking bis Murmansk. Und eben in Dresden, Leipzig und Chemnitz!
Der RAINBOWFLASH 2012 läutet außerdem auch die CSD-Saison in Sachsen ein. In Dresden beginnt die CSD Woche (www.csd-dresden.de) bereits am 26.Mai 2012 und endet am 03. Juni 2012. In Leipzig wird es nach dem Flash eine Benefizparty 20 Uhr in der alten Damenhandschuhfabrik geben. Die CSD-Woche Leipzig ist vom 7.- 14 Juli 2012 (www.csd-leipzig.de). Auch in Chemnitz findet am 21.Juli 2012 das TÜDELÜ - Das SchwulLesbischBiHeteroTrans-Parkfest statt. (www.different-people.de).
Dresden: Theaterplatz
Leipzig: Augustusplatz
Chemnitz: am Roten Turm
Partner:
CSD Leipzig, CSD Dresden, SPD – Schwusos, DIE LINKE, Dr. Barbara Höll (MdB), Stadt Dresden, Stadt Chemnitz, FDP-Leipzig, linXXnet e.V., Rosalinde Leipzig e.V., Differentpeople e.V. Chemnitz, Gerede e.V. Dresden, Rosa Löwen e.V., BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen, Piratenpartei Sachsen, Aids Hilfe Chemnitz, Aidshilfe Leipzig, RAA Sachsen, Initiative 2=2, Pony Club Party, Gegenpol, Frauenkultur / Kulturfabrik Leipzig
Auch im Jahre 2012 gehen unsere Stammtische weiter!
Ab Februar 2012 (jeden letzten Donnerstag im Monat) geht der Stammtisch in Leipzig für Mitglieder, Freunde und Sympathisanten des LSVD im Kulturhaus Eutritzsch weiter.
In Chemnitz (jeden letzten Freitag im Monat) geht es wie gewohnt im Januar wieder los.
Jeder und jede ist herzlich eingeladen zu Geselligkeit, Themenabenden, gemeinsamen Unternehmungen, Ideen zu gemeinsamen Aktionen einzubringen, etc.
Ort:
AIDS-Hilfe Chemnitz
Karl-Liebknecht-Straße 17 b
09111 Chemnitz
Der Treff in Chemnitz ist jeden letzten Freitag im Monat.
Ansprechpartner: Tom Haus tom.haus(at)lsvd.de 0172/3616948
Homepage: www.sachsen.lsvd.de, www.dmksachsen.de
Ort: Kulturhaus Eutritzsch (www.kulturhauseutritzsch.de)
Weg: Postadresse weicht vom Standort leicht ab!
Kulturhaus Eutritzsch am Ende von An der Querbreite, 04129 Leipzig, Sachsen
Mit Auto: Bis zum Ende der "An der Querbreite“ auf Parkplatz fahren.
Mit Straßenbahn 16 Richtung Messegelände: bis zur Mosenthinstraße--> Delitzscher Str. südlich bis " An der Querbreite" laufen --> gerade aus bis zum Ende (Parkplatz laufen) ca. 10 min.
Beschreibung:
Mit dem regelmäßigen LSVD Sachsen Treff in Leipzig wollen wir für Euch sichtbar & erreichbar sein, mit Euch ins Gespräch kommen und Euch interessante Vorträge und Diskussionen anbieten!
Der Treff in Leipzig ist jeden letzten Donnerstag im Monat.
Ansprechpartner: Hartmut Rus (0179/5020511)
Das Thema Rechtsextremismus bleibt ein aktuelles Thema. Für den Landesverband Sachsen ein Grund, sich dessen anzunehmen. Geschichtsrevisionismus und falsch verstandene Ehre bringen keinen Frieden. Dem stellen wir uns entschieden entgegen, so am 18 Februar in Dresden und am 5. März in Chemnitz.
Seit Jahren versuchen rechtsextreme Kräfte in Sachsen und im ganzen Land, die Gedenktage der alliierten Bombenangriffe für ihre Zwecke zu missbrauchen.
Sie sprechen fortwährend vom „Bombenholocaust“ und verleugnen die Gründe wie es zu diesen Angriffen letztendlich kam. Sie machen die Opfer oftmals zu Märtyrern und verhöhnen sie damit gleichzeitig. Vergessen wird die Tatsache, dass es grausame Tage für die Menschen damals waren, unabhängig auf welcher Seite gerade gekämpft wurde.
Eine friedliche Zukunft für alle Menschen ist diesen Kräften reichlich egal, uns aber nicht.
Dresden blieb auf Grund eines Spektrums aus vielen tausend Menschen, Organisationen, Vereine und Parteien am 18 Februar weitgehend nazifrei. Dazu haben auch wir mit viel Musik, Redebeiträgen und unserem Banner beigetragen. Wir wurden von sehr vielen Menschen wahrgenommen und über den LSVD und seine Schwerpunkte gefragt.
Unsere Botschaft: Dresden bleibt nazifrei! Wir sind Teil der Gesellschaft und leisten unseren Teil Bürgerrechte zu erhalten. Diese Botschaft ist auch angekommen. Unsere mitgebrachten Flyer wurden uns förmlich aus den Händen gerissen. Vor und hinter unserem LKW marschierten mit uns nicht nur Lesben und Schwule, sondern eine bunte Mischung von Menschen verschiedener Generationen, Hautfarben und politischer Ansichten.
Nach etwa drei bis vier Stunden Demonstration in Dresden, beginnend am Hauptbahnhof quer durch die Dresdner Innenstadt. Am Ende der Demonstration wurde der LSVD als Unterstützer der Demonstration erwähnt. Eine große Öffentlichkeit wurde dem LSVD Sachsen zuteil. Gemessen an den begrenzten Mitteln, die ehrenamtlichen Vereinen wie dem LSVD meist zur Verfügung stehen, war diese Demo ein voller Erfolg. Ein kleiner Wermutstropfen dieser Demo waren einige gewaltbereite Autonome, die aber daran gehindert wurden, ihr Gewaltpotenzial auszuleben. Ob linke oder liberale Aktivisten, die breite Öffentlichkeit, Institutionen wie Verdi, Vereine wie der LSVD oder Menschen ohne politischen Hintergrund, sie alle sorgten für ein klares Bekenntnis: Dresden gehört den Menschen, nicht den Ideologien.
Die gleiche Aktion, wenn auch in kleinerem Umfang, fand in Chemnitz am 05. März statt.
An jenem 05.März1945 zu drei Vierteln zerstört, sollte unsere Heimatstadt wieder zum Schaupunkt rechter Ideologien gemacht werden. Nicht mit dem LSVD Sachsen!
Gegen Abend versammelten sich etwa 3000 Menschen am Hauptbahnhof, um mit einem Konzert der Band Kraftklub, die zur Zeit in den Charts ist, ihre Meinung gegen Rechts auszudrücken.
Von dort ging es mitten druchs Zentrum. Eine Besonderheit hierbei: zwei Demonstrationszüge, einer vom Bahnhof, einer von der Universität in die Stadt. Beide sollten sich gleichzeitig treffen, jedoch gelang es nicht, die rechten Demonstranten am Marschieren zu hindern. Eine etwas enttäuschendes Resultat. Dies lag wohl an der Organisation.
Wir waren mit einem Banner beim ersten Demonstrationszug zusammen mit den Bündnisgrünen unterwegs. Zahlreiche Fotografen der örtlichen Presse und des Fernsehens machten auch Bilder von den LSVD-Aktivisten. Am Ende der Demo war unsere Botschaft angekommen – keine Nazis in Chemnitz! Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei.
Den Nazis gemeinsam und entschlossen entgegentreten – jetzt erst recht!
5. März 2012 um 16 Uhr – Bahnhofsvorplatz!
Auch 2012 wollen die Nazis wieder marschieren. Wir werden nicht hinnehmen, dass sie ihre menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologie verbreiten. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Chemnitz werden sich den Nazis entschlossen entgegen stellen und ein Zeichen für Demokratie und Toleranz setzen.
Am 5. März 2011 hatten ja Gerichte, Behörden und Polizei dafür gesorgt, dass die angereisten Neonazis gut beschützt auf dem Innenstadtring marschieren konnten. Gleichzeitig haben weitaus mehr Chemnitzerinnen und Chemnitzer in der Innenstadt friedlich dagegen demonstriert, doch sie fühlten sich durch die massive Polizeipräsenz bedrängt – und abgeschnitten von den anderen Stadtteilen.
Das soll uns 2012 nicht noch einmal passieren! Mit Demonstrationen und Veranstaltungen werden wir am 5. März 2012 zeigen, dass der Innenstadtring den Chemnitzerinnen und Chemnitzern gehört.
Streicht diesen Montagnachmittag und –abend dick in Eurem Kalender an! Nur wenn wir viele sind, werden wir die NPD und braune Kameradschaften vom Marschieren auf ihrer Wunschroute abhalten.
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Chemnitz nicht länger ruhiges Hinterland und Aufmarschstadt für braune Mörder, deren Unterstützer und die dahinter stehenden geistigen Brandstifter sein kann.
Beteiligt euch an den Vorbereitungen! Vernetzt euch mit Gleichgesinnten!
Macht mit (machts nach, machts besser) — beim Bündnis Chemnitz Nazifrei!
Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten die Nazis in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen.
Dabei unterschlagen sie, dass mit dem Kriegsbeginn und die Bombardierung vieler unschuldiger durch Hitler-Deutschland das Übel für Dresden erst verursacht wurde. Schwule und Lesben waren eine der Hauptopfergruppen des Nazi-Terrors im Dritten Reich!
Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.
Auch der LSVD Sachsen hat sich dem Bündnis Dresden-Nazifrei angeschlossen, um uns rechtsradikalen Ideologien entgegenzustellen und an die grausame Geschichte homosexueller Verfolgter zu errinnern.
Mehr Infos unter www.dresden-nazifrei.com
Mit dem Beschluss der EKD zu einem einheitlichen Pfarrdienstgesetz vom November 2010 können verpartnerte Pfarrerinnen und Pfarrer wie ihre heterosexuell verheirateten Kollegen im Pfarrhaus zusammenleben. Über die Umsetzung dieses Gesetzes kann jedoch jede Landeskirche selbst entscheiden. So haben etwa die Kirchen in Mitteldeutschland und Bayern vor rund einem Jahr homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern erlaubt, mit ihren gleichgeschlechtlichen Partnern im Pfarrhaus zu wohnen.
In Sachsen erhitzen homosexuelle Partnerschaften die Gemüter evangelischer Gemeinden dennoch weiterhin. So auch der Beschluss vom 21. Januar 2012 der Leitung der evangelisch-lutherischen Kirche Sachsen vom vergangenen Wochenende. Darin wird homosexuellen Pfarrern und Pfarrerinnen erlaubt mit Lebenspartner im Pfarrhaus zu wohnen, allerdings nur, wenn der Kirchenvorstand einverstanden ist.
Welche Kirchenvorstände werden in Sachsen zustimmen? Vielleicht geht das in Leipzig oder Dresden, aber im Erzgebirge oder im Zittauer Gebirge sieht das anders aus. Dort haben sehr konservative und evangelikale Strömungen das Zepter in der Hand und beten sogar gegen Homosexuelle im Pfarrhaus.
Die Kirchenleitung Sachsen schreibt, mit dieser Entscheidung sollen die „Regeln im Umgang mit homosexueller Prägung von Amtsträgern und Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst“ zwar so fortgeschrieben werden, dass ihnen das Zusammenleben mit ihren gleichgeschlechtlichen Partnern im Pfarrhaus gestattet ist. Das gilt allerdings nur, wenn sie in einer Eingetragenen Partnerschaft leben und die einmütige Zustimmung des Kirchenvorstandes vorliegt. Gleichzeitig bekräftigt die Kirchenleitung „die bleibende Bedeutung der biblischen Ordnung von Ehe und Familie als Leitbild des Zusammenlebens von Mann und Frau“.
Der Beschluss ist kein Fortschritt, sondern ein fauler Kompromiss. Der LSVD Sachsen vermutet, dass sich die Mehrheit der Vernünftigen davor scheut, sich mit der lautstarken Minderheit homophober Fundamentalisten anzulegen. Der Beschluss soll Toleranz signalisieren, er ändert aber nichts an der Lebensrealität homosexueller Pfarrerinnen und Pfarrer. Diese sind weiterhin abhängig von der Gnade ihres Kirchenvorstands.
Und was soll die scheinheilige Bezugnahme auf die Eingetragene Lebenspartnerschaft? Hier wird ja gerade so getan, als erkenne die Landeskirche Eingetragene Lebenspartnerschaften an. Tatsächlich aber verweigern die Gemeinden den Paaren weiterhin ihren Segen. Wir fordern den Landesbischof Jochen Bohl auf, diesen Widerspruch aufzulösen.
Sächsische Evangelische tun sich schwer mit Homosexualität: Im Vorfeld traten die zutiefst konträren Auffassungen zu Tage. So sprachen sich mit dem offenen Brief „Auch unter Christen – Liebe zum gleichen Geschlecht“ des Kirchenbezirks Leipziger Land 124 Pfarrerinnen und Pfarrer dafür aus, dass allen die Möglichkeit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft offensteht und niemand die eigene Sexualität verstecken muss. Zugleich wünschen sie sich, „dass unsere Kirche homosexuelle Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft ausdrücklich einlädt, für ihr gemeinsames Leben den Segen Gottes zu erbitten und dass eine entsprechende liturgische Ordnung erarbeitet und eingeführt wird“. Darüber hinaus erinnern sie an den historischen Umgang der Kirche mit Homosexuellen, der „nicht unwesentlich eine Schuldgeschichte ist“ und bislang nur zögerlich aufgearbeitet wurde. Sie reagierten damit auf die sogenannte „Markersbacher Erklärung“, mit der cirka 128 Kirchenvorstände und damit rund ein Sechstel aller sächsischen Gemeinden das Festhalten an der ursprünglichen Regelung gefordert hatten und den Verlust ihrer „geistigen Heimat“ befürchteten. Nach dem Beschluss haben sie ihren Unterstützungsaufruf bis zur Frühjahrssynode 2012 verlängert.
Landesbischof Jochen Bohl sagte gegenüber Medien, er hoffe, dass dieser Beschluss von „den Christinnen und Christen in den Kirchgemeinden unserer Landeskirche (…) mitgetragen wird“ und so die Einheit der Landeskirche gesichert ist. Wenn er sich da mal nicht täuscht.
Tom Haus
LSVD Sachsen & LSVD-Stammtisch Chemnitz
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Das sächsische "Landesamt für Finanzen und Steuern" in Dresden gewährt inzwischen verpartnerten Beamtinnen und Beamten den Familienzuschlag der Stufe 1, wenn Sie einen entsprechenden Antrag stellen.
Dazu erklärt Tom Haus, Sprecher des LSVD-Sachsen:
Das Landesamt hat offenbar vom sächsischen Finanzministerium eine entsprechende Weisung erhalten. Diese Neuerungen wurden dem LSVD Sachsen vor Monaten in einem Brief seitens des sächsischen Finanzministeriums angekündigt.
Dies ist ein wichtiger Etappensieg für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen im öffentlichen Dienst in Sachsen. Die langfristige Strategie des LSVD in Sachsen, betroffene Landesbedienstete zur Klage zu ermutigen und sie auf diesem Weg zu begleiten, hat sich bezahlt gemacht. Diese Klagen haben die Politik unter Zugzwang gesetzt, die Diskriminierungen im Dienstrecht zurückzufahren. Leider geschieht dies nicht rückwirkend bis zum Jahre 2003. Da haken wir aber noch nach.
Dieses Beispiel zeigt uns, dass Ausdauer und Mut der Betroffenen sich langfristig auch finanziell auszahlen. Der LSVD bedankt sich an dieser Stelle bei Klagenden, die diesen Erfolg erst ermöglichten. Wir freuen uns über jegliche Initiativen, die sich ebenfalls für die Gleichstellung von LGBTI in Sachsen einsetzen.
Nur gemeinsam sind wir stark!
Weitere Informationen finden Sie unter: www.lsvd.de/230.0.html (Abschnitt 9.)
Die Gleichstellungsgesetze finden Sie hier: www.lsvd.de/423.0.html
Übersicht über die Gleichstellung im Beamtenrecht: www.lsvd.de/194.0.html
LSVD startet Mission Aufklärung gegen Homoheiler - Webseite mit ausführlichen Informationen
Auch in Deutschland machen sich evangelikale, fundamentalistische Organisationen breit, die behaupten, Homosexualität sei veränderbar oder therapierbar. Sie nutzen die Nöte von jungen Menschen und die christlichen Werte zur Verbreitung homophober Ideologien.
Unser neues Internetportal http://www.mission-aufklaerung.de/ ist ein Teil der Antihomophobiearbeit des LSVD. Das offene Netzwerk "Mission Aufklärung" ist aus einem Arbeitsbereich des LSVD Sachsen entstanden, um Umpolungsangeboten entgegenzutreten und aufzuklären. Unser Netzwerk "Mission Aufklärung" will nicht nur gegen religiös begründete Diskriminierung von Homosexuellen vorgehen. Wir wollen auch Betroffenen, etwa homosexuellen Christen, die in die Fänge von "Umpolern" geraten sind, Alternativen und Möglichkeiten des Ausstiegs aufzeigen.
Therapie- und Umpolungsangebote sind für Lesben und Schwule eine Beleidigung und eine Zumutung. Sie sind nicht nur gefährlich oder antiquiert, sondern auch unwissenschaftlich. Darin wissen wir uns mit den wirklichen Sachverständigen aus Psychiatrie und Psychologie, aus Sexualwissenschaft und Pädagogik einig. Sie stimmen darin überein, dass die homosexuelle Identität schon in frühester Kindheit entsteht. Homosexualität ist eine Facette der menschlichen Sexualität. Nicht mehr und nicht weniger. Die WHO hat deshalb Homosexualität 1992 aus dem Katalog der Krankheiten (ICD) gestrichen.
Rückfragen beantwortet Projektleiter Hartmut Rus, e-mail: hartmut.rus@lsvd.de http://www.mission-aufklaerung.de/